Donnerstag, 25. November 2010

Wiesen-Storchschnabel - Geranium pratense

Das Storchschnabelgewächs "Geranium pratense" mit der deutschen Bezeichnung "Wiesen-Storchschnabel" soll gesellig auf fetten Wiesen meist im Tiefland wachsen. Der Wiesen-Storchschnabel sei in Norddeutschland eher selten anzutreffen. Was die Böden angeht, die er bevorzugt, wird ausgesagt:

"Er bevorzugt mäßig feuchte, mineralsalz- und basenreiche Ton- und Lehmböden." (1)

Die Pflanzenart gehört zu einer Gattung in einer Pflanzenfamilie. Hier ist das so formuliert:

"Der Wiesen-Storchenschnabel (Geranium pratense) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Storchschnäbel (Geranium) in der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)." (2)

Man kann das noch verfeinern, um die Stellung der Pflanze innerhalb der gesamten Systematik zu erörtern. Die "Geraniaceae" sind zum Beispiel Teil der Ordnung der "Geraniales", der "Storchschnabelartigen", usw.

Eine Kurzbeschreibung der Pflanze bieten Bergau, Müller, Propst und Schäfer:

"Blüten fast 3 cm breit; meist zu 2 zusammen. Blätter 10 cm lang und 10 - 15 cm breit; handförmig in meist 7 Abschnitte geteilt." (3)

Interessant finde ich den Vorgang, daß die Pflanze eine Frucht bildet, die aufreißt, wobei der Same bis zu zwei Meter herausgeschleudert wird. Der Rest wird als "ein seltsames "kronleuchterartiges" Gebilde" bezeichnet. (4)

Es macht Sinn, den Texten zu einer solch ungewöhnlichen Pflanze genauer nachzugehen.

Eine Medienwerkstatt beschreibt das Verbreitungsgebiet des Wiesen-Storchschnabels so:

"Die buschig wachsenden und bis zu einem Meter hohen Pflanzen sind in Europa, Sibirien und China heimisch und gedeihen besonders auf nährstoffreichen Fettwiesen und an Wegrändern." (5)

Das Verbreitungsgebiet ist also groß. Da Pflanzenliebhaber den Wiesen-Storchschnabel auch im Garten haben wollten, wurde auf Artenvielfalt geachtet:

"Der Wiesen-Storchschnabel mit seinen violettblauen Schalenblüten gehört zu den größten seiner Art. Es gibt eine Vielzahl an Sorten, die fast alle reichhaltig blühen. Die gefülltblühenden Sorten gibt es allerdings nur selten im Handel, da sie steril und oft von enttäuschender Wuchskraft sind." (6)

Das deutet auf Probleme hin. Von den gezüchteten Arten und neuen Sorten sind aufgezählt:

"'Mrs. Kendall Clark' (lavendelblau mit starker weißer Äderung)
Silver Queen (hell lila, bei Regen und Kälte dunkellila)
'Plenum Caeruleum' (hellblau mit lila, gefüllt)
'Plenum violaceum' (dunkelviolett, gefüllt)
'Striatum' (auch 'Splish Splash') (blau auf weiße, Untergrund, jede Blüte anders gemustert)
Neue Sorten:
'Eva' (Kreuzung mit Geranium psilostemon, violettrot)
'Harmony' (Kreuzung mit Geranium collinum, lila)
'Elizabeth Yeo' (rosarot und lila)" (7)

Dem Pflanzenliebhaber bietet sich also so manche Varietät. Die Volkskunde hat dagegen dies herausgefunden. Solche kulturgeschichtlichen Zusammenhänge der Pflanze zu kennen, ist immer wertvoll:

"Magie und Brauchtum: Storchschnabelarten sollten gegen Traurigkeit helfen, wenn man das pulverisierte Kraut auf Brot gestreut aß." (8)

Ob die Pflanze so gegessen werden kann, wie andere, darüber wird noch nachgedacht. Man geht das Thema jedoch vorsichtig an:

"Von dieser Art wurde bis jetzt nur über den Verzehr von Blättern und Blüten berichtet. Da aber die Wurzel des Ruprechtskrautes früher als Gemüse zu Notzeiten gegessen wurde, ist die Frage, ob die Wurzel des Wiesen-Storchschnabels nicht genauso verwendet werden kann." (9)

Die Landwirte in Südtirol werden über den Wiesen-Storchschnabel sehr speziell informiert, da auf den Wert der Pflanze als Futter für die Weidetiere zu achten ist:

"Futterbaulicher Wert
Er ist wertlos und wird wegen des unangenehmen
Geschmacks nicht gefressen.
Bekämpfung
Durch wiederholten Frühschnitt mit nachfolgendem
Walzen und intensiver Frühjahrsweide mit hoher
Besatzdichte kann Wiesen-Storchschnabel
zurückgedrängt werden." (10)

Diese Hinweise runden das Bild von dieser Pflanze etwas ab. Es empfiehlt sich, dem Thema größere Aufmerksamkeit zu widmen.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1) zitiert aus: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.34
(2) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesen-Storchschnabel
(3) zitiert aus: Bergau, Müller, Propst und Schäfer, wie vor, S.34
(4) siehe im Zusammenhang bei: Bergau, Müller, Propst und Schäfer, wie vor, S.34
(5) zitiert aus:
http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=7740&edit=0
(6)-(7) zitiert aus:
http://www.mein-schoener-garten.de/wiki/gartenwiki/Storchschnabel,_Wiesen-Storchschnabel
(8)-(9) zitiert aus:
http://www.rohkostwiki.de/wiki/Wiesen-Storchschnabel
(10) zitiert aus: Wiesenunkräuter. In:
http://www.provinz.bz.it/land-hauswbildung/download/Wiesenunkraeuter.pdf

Mittwoch, 24. November 2010

Rote Lichtnelke - Silene dioica

Die "Rote Lichtnelke", Fachbezeichnung "Silene dioica", hat viele Namen erhalten. Neben "Rotes Leimkraut", "Rote Nachtnelke", "Rote Waldnelke", "Taglichtnelke" fand sich auch "Herrgottsblut". (1) Man fragt sich, was bei solchen Namensgebungen jeweils dahintergesteckt haben mag. Die Volkskunde wird den kulturgeschichtlichen Zusammenhängen, die mit der Pflanze verbunden waren und sicher noch verbunden sind, nachgegangen sein. Aus diesem Wissenschaftsraum werden solche Hinweise zur Pflanze kommen:

"In der Volksheilkunde zur Behandlung von Schlangenbissen genutzt.
In einigen Gegenden wird geglaubt, dass der Vater sterben wird wenn man eine Rote Lichtnelke pflückt.
Die Pflanze wird oft mit Schlangen, Kobolden, Tod und Teufel in Verbindung gebracht.
Die Wurzel wurde als Seife benutzt." (2)

Die entgiftende Wirkung machte natürlich aus der Pflanze etwas sehr Wertvolles. Laut Bergau, Müller, Propst und Schäfer ist die "Rote Lichtnelke"

"auf Wiesen, in Laubwäldern und Gebüschen, an Bachufern und auf Ruderalflächen anzutreffen." (3)

Zu den Bodenarten geben dieselben Autoren diese Hinweise:

"Sie gedeiht auf relativ feuchten, mineralsalzreichen Böden mit hohem Stickstoffgehalt." (4)

Beschrieben wird die Pflanze, deren Blütefarbe die Tagfalter anlockt, die bei der Bestäubung der Blüten aushelfen müssen, z.B. so:

"Die zweihäusig getrenntgeschlechtige (diözische) Rote Lichtnelke ist eine zweijährige oder wenige Jahre ausdauernde Pflanze. Sie ist dicht drüsig behaart und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 90 Zentimeter. Ihre ganzrandigen, ungeteilten und eiförmigen bis lanzettlichen Laubblätter laufen gegen Ende spitz zu. Die Anordnung der Blätter ist stets gegenständig.
Auffällig ist die dichasiale Anordnung der Blüten. Die fünfzähligen, duftlosen, roten Blüten weisen einen Durchmesser von 18 bis 25 Millimeter auf und sind nur am Tag geöffnet. Der stark behaarte Kelch ist 10 bis 15 Millimeter lang, bei männlichen Blüten 10- und bei weiblichen Blüten 20-nervig. Die fünf Kronblätter sind tief zweispaltig mit einer Länge von 15 bis 25 Millimeter. Am Schlund befindet sich eine Nebenkrone. Die weibliche Blüte enthält fünf Griffel. Die Blütezeit dauert von April bis Oktober." (5)

Eine solche Beschreibung setzt Fachwissen voraus, um sie zu verstehen. Man wird die Fachbegriffe erklären müssen. Bergau, Müller, Propst und Schäfer wählen eine einfachere Beschreibungsform:

"Blüten purpurn, rosa oder weißlich, ohne Duft; Kronblätter tief zweilappig, Kelchblätter zu einer leicht bauchigen Röhre verwachsen. Die Pflanze ist zweihäusig." (6)

Interessanterweise erwähnen sie auch, daß man öfter auf beschädigte Blüten der Pflanzen treffen kann, was daran liege, daß "kurzrüsselige Hummeln" den Kelch der Blüte angebissen haben, um leichter an den Nektar zu gelangen.

Zum Verbreitungsgebiet auf der Erdoberfläche fand sich dies:

"Auf Wiesen und an Laubwaldrändern, auf nährstoffreichen, oft kalkhaltigen, feuchten Böden in voller Sonne oder Halbschatten; bis 2400m. Europa bis Asien. Häufig." (7)

Lapidar wird gesagt, daß die Pflanze leicht aufzufinden ist, also "häufig" vorkommt.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1) siehe in:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Lichtnelke
(2) zitiert aus:
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/rote-lichtnelke.htm
(3)-(4) zitiert aus: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.34
(5) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Lichtnelke
(6) zitiert aus: Bergau, Müller, Propst und Schäfer, wie vor, S.34
(7) zitiert aus:
http://www.gartendatenbank.de/wiki/silene-dioica

Montag, 22. November 2010

Wiesen-Schaumkraut - Cardamine pratensis

Wer durch Wiesen streift, kann das "Wiesen-Schaumkraut" gelegentlich als ein dicht zusammenstehendes Blütenmeer antreffen. Die Bezeichnung der Botaniker für die Pflanze lautet "Cardamine pratensis", und sie gehört zu den Kreuzblütengewächsen. Wo kann daran gedacht werden, dieses "Wiesen-Schaumkraut" anzutreffen?

"Das Wiesenschaumkraut kommt auf Wiesen, in Wäldern und an Ufern vor. Es bevorzugt feuchte, sandig-steinige oder reine Ton- und Lehmböden." (1)

Es lohnt sich, den vielen Hinweisen zu der Pflanze nachzugehen:

"Zeitig im Frühjahr blüht das Wiesenschaumkraut, je nach Wetter schon von Ende März/Anfang April bis Juni. Ganze Wiesen kann die Pflanze in ein großes Blütenmeer verwandeln, wenn diese feucht genug sind. Die einzelnen Blüten des Wiesenschaumkrauts sind unterschiedlich gefärbt. Die meisten sind so blass gefärbt, dass sie fast weiß erscheinen; aber sie sind blass lila oder blassrosa und haben eine dunklere Äderung." (2)

Man sagt von der Pflanze, sie sei eßbar. Offenbar hat man sie dazu genutzt, um Salate herzustellen. (3)

Rezepte, was sich mit dem Wiesen-Schaumkraut in der Küche zubereiten läßt, fanden sich. Dort ist auch dieser Hinweis gegeben:

"Wiesen-Schaumkraut wird in der Küche wie Brunnenkresse verwendet. Die eingerollten jungen Blättchen ab Mai, schmecken nach Pfeffer und Senf und eignen sich gut als Würzmittel in Eintöpfen und Suppen." (4)

Da es zwei Subspezies des Wiesen-Schaumkrautes gibt, kann die Pflanze vielleicht nur schwer erkannt werden. Eine genauere Beschreibung findet sich hier:

"Das Wiesenschaumkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die mit einem kurzen, wenig verdickten „Wurzelstock“ im Erdreich überwintert. Sie bildet eine Rosette, aus der ein runder, hohler, beblätterter Stängel hervorwächst, der Wuchshöhen von 15 bis 60 cm erreicht.
Die gestielten, unpaarig gefiederten Grundblätter haben 2 bis 15 Paare rundlicher Fiederblättchen. Die kurzgestielten Stängelblätter sind ebenfalls gefiedert, tragen aber länglich schmale Fiederblättchen. " (5)

Wer mit dem "Wiesen-Schaumkraut" Speisen herstellt, will vermutlich wissen, welche Inhaltsstoffe die Pflanze hat:

"Wiesenschaumkraut enthält als Inhaltsstoffe Senfölglykoside, Bitterstoffe und Vitamin C." (6)

Außer dem Wort "Wiesen-Schaumkraut" gibt es noch weitere Bezeichnungen. Diese sind hier aufgezählt:

"Als weit verbreitete und auffällige Wiesenblume besitzt das Wiesenschaumkraut eine Reihe weiterer volkstümlicher Namen, die regional sehr unterschiedlich sein können.
Dazu gehören Bettbrunzer, blaue Brunnenkressich, Fleischblume, Gauchblume, Harnsamen, Maiblume, Marienblume, Pinksterbloem, Präriekraut, Schaumkraut, Storchenschnäbli, Strohblume, Wasserkraut, Wiesenkresse und Wilde Kresse." (7)

Wer daran denkt, die Blume als Schnittblume zu verwenden, sollte dies berücksichtigen:

"Für Schnittblumen knospig schneiden." (8)

Wer Wiesen mäht, muß darauf achten, ob sich das Wiesen-Schaumkraut in großen Mengen auffindet oder nicht:

"Zum Vermehren nicht mähen, bevor die reifen Samen ausgefallen sind. Die Samen reifen ab Mai bis Juli. Sind die Bestände ausreichend groß, kann man bereits direkt nach der Blüte mähen, da das Wiesenschaumkraut ausdauernd (mehrjährig) ist." (9)

Das Wiesen-Schaumkraut ist eine Nutzpflanze, die zu vielem herangezogen wird. Sie kann nicht nur gegessen werden, sondern sie ist auch sehr schön und lohnt die Verwendung als Schnittblume. Abschließend sei noch erwähnt, was der botanische Name bedeutet:

"Die botanische Bezeichnung Cardámine praténsis setzt sich zusammen aus griechisch κάρδαμων (kárdamon) = Kresse und lat. pratensis, was mit „auf Wiesen wachsend“ übersetzt werden kann." (10)

Das rundet das Bild von der Pflanze etwas ab. Eine Weiterbeschäftigung mit der Pflanze empfiehlt sich.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1) zitiert aus: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.34
(2) zitiert aus:
http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00021/HWG00021.html
(3) siehe in:
http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00021/HWG00021.html
(4) zitiert aus:
http://www.kaesekessel.de/kraeuter/w/wiesenschaumkraut-rezept.htm
(5)-(7) zitiert aus:
http://www.wildkraeuterkueche.de/essbare-wildkraeuter/wiesenschaumkraut.html
(8)-(9) zitiert aus:
http://www.gartendatenbank.de/wiki/cardamine-pratensis
(10) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wiesen-Schaumkraut

Sonntag, 21. November 2010

Kuckucks-Lichtnelke - Lychnis flos-cuculi

Auf fetten und moorigen Böden, auf feuchtem Ton oder Lehm, wächst die "Kuckucks-Lichtnelke", die von den Botanikern "Lychnis flos-cuculi" genannt wird, um sie wissenschaftlich einzuordnen.

Bergau, Müller, Propst und Schäfer beschreiben sie so:

"Blüten intensiv lilarosa, selten rein weiß; Kronblätter bis über die Mitte tief 4-lappig. Untere Stängelblätter breit-länglich, obere schmal-lanzettlich." (1)

Sie erwähnen auch, daß diese Pflanze in guter Gesellschaft ist, nämlich oft den "Scharfen Hahnenfuß", den "Großen Sauerampfer" und die "Sumpf-Dotterblume" in ihrer Nähe hat..

"Der Gattungsname Lychnis kommt von der griechischen Bezeichnung für Leuchte (Lampe) und weist auf das leuchtende Rot hin, mit der die Art im Frühjahr blüht." (2)

Die "lilarosa" Farbe als "Rot" zu bezeichnen, das leuchtet, wird vermutlich darauf hindeuten, daß Farben unterschiedlich angesehen werden können, andererseits ist zu bedenken, daß es eine Pflanze namens "Rote Lichtnelke" wirklich gibt, die allerdings von Botanikern "Silene dioica" genannt wurde. Wie sich das erklärt, dem wird man nachgehen müssen.

"Die Kuckucks-Lichtnelke ist in den gemässigten Zonen Europas und West-Asiens bis in Höhen von 2000 Meter NN heimisch. Im 19. Jahrhundert wurde sie nach Amerika eingeschleppt, wo sie sich verbreitete. Sie bevorzugt feuchte, mäßig fette Wiesen, Moore und Sümpfe. In stark überdüngten Wiesen findet man sie nicht, dafür aber in nassen, nährstoffarmen Gräben im Umfeld." (3)

Ein Naturlexikon berichtet dies:

"Stark überdüngte Wiesen meidet sie, besiedelt mehr die nassen, nährstoffarmen Gräben im Umfeld. Sie gilt als Zeigerpflanze für Bodenfeuchte." (4)

Ihr Lebensraum scheint sich zu verknappen:

"Da immer mehr Flächen trockengelegt werden, wird die Kuckucks-Lichtnelke in der Natur immer seltener, wird dafür immer öfter als Pflanze an Gartenteichen kultiviert." (5)

Zur kulturgeschichtlichen Bedeutung dieser Pflanze, die etwa 70-80 cm hoch werden kann, gibt es einige interessante Hinweise:

"Der Name Kuckucks-Lichtnelke dürfte von der Kuckucksspucke kommen, die sich oft an der Pflanze findet.
Kuckuck hat weniger mit dem Vogel zu tun, es war früher ein anderes Wort, wenn man nicht Teufel oder Hexe sagen wollte.
Der richtige Name für die Pflanze ist also eher Teufels-Lichtnelke oder Hexen-Lichtnelke.
Die Pflanze selbst wurde auch mit Teufel, Kobolden, bösen Geistern und Dämonen in Verbindung gebracht.
Trotzdem ist in einigen Gegenden die Kuckucks-Lichtnelke ein magischer Hinweisgeber wer als künftiger Partner in Frage kommt." (6)

Man wird dem akribischer nachgehen müssen, um die Belege für solche Hinweise aufzuspüren.

Man kann die Pflanze auch in den eigenen Garten bringen, wo sie wohl recht gut anwächst, wenn der richtige Standort gewählt wird:

"Die Kuckuckslichtnelke ist eine heimische Feuchtwiesenart mit bis zu 5 cm großen, auffallend tief geteilten, hellrosa Blüten. Vermehrt sich vegetativ durch Ausläufer und kann so mit der Zeit kleine Herden bilden. Dekorative Wildart für Feuchtstellen und nasse Wiesen, schön am Teichrand ! Um relativ rasch eine zufriedenstellende Wirkung zu erzielen, sollte man die Kuckucks-Lichtnelke relativ dicht in kleinen Gruppen zu pflanzen." (7)

Da sie als Pflanze bemerkenswerten Wuchs und interessante Blüten aufweist, wird man sie sicherlich zu schönerer Form weitergezüchtet haben. Die Heilkundigen, die nach Kräutern gegen Krankheit oder zur Unterstützung der Gesundheit gesucht haben, probierten natürlich auch die Wirkung der Kucksnelke aus. Die Bienenzüchter haben sich natürlich Gedanken darüber gemacht, ob ihre Bienen diese Kuckucks-Lichtnelken anfliegen, um Nektar zu saugen. Sie kamen zu folgendem Schluß:

"Die Befruchtung der Pflanze erfolgt durch Insektenbestäubung. Wegen des tiefen Kelches sind dazu aber nur langrüsselige Insekten wie Schmetterlinge und Hummeln in der Lage. Die Vermehrung geschieht auch vegetativ durch Sprossung, was oft zu größeren Ansammlungen führt." (8)

Nicht jedem kann eine Pflanze dienlich sein, interessant bleibt sie aber trotzdem.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1) siehe Zitat im Gesamtzusammenhang: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.34
(2)-(3) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kuckucks-Lichtnelke
(4) zitiert aus:
http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/002/00198-Kuckuckslichtnelke/mz00198-Kuckuckslichtnelke.html
(5)-(6) zitiert aus:
http://www.heilkraeuter.de/lexikon/kuckucks-lichtnelke.htm
(7) zitiert aus:
http://www.pflanzen-vielfalt.de/?cPath=1519
(8) zitiert aus:
http://www.bienenzuchtverein-sulzbach-rosenberg.de/fileadmin/daten_40812/Textblatt_Trachtpflanzen_InfoTeil34.pdf

Samstag, 20. November 2010

Braunstieliger Streifenfarn - Asplenium trichomanes

Dieser Farn, dessen Fachbezeichnung in der Botanik "Asplenium trichomanes" lautet, gilt als ausdauernde Pflanze, die weltweit verbreitet ist:

"Der Braunstielige Streifenfarn kommt im warmen bis kühlen Europa und Nordamerika, in Südafrika, im Himalaya, in Neuguinea, in Südost-Australien und in Neuseeland auf Felsen und Mauern vor." (1)

Eine kurze Beschreibung fand sich bei Bergau, Müller, Propst und Schäfer:

"Blätter 1fach gefiedert, immergrün; Fiederblättchen gegenständig und grau- bis gelbgrün. Blattstiele braun bis schwarz." (2)

Da die Pflanze bestimmte Standorte liebt, wo er mit dem Menschen in Konflikt geraten kann, gilt er bei uns als gefährdet:

"Der Braunstielige Streifenfarn ist ursprünglich ein Felsbewohner, der an den Bruchsteinmauern der Bauernhöfe und Friedhöfe einen idealen Ersatzlebensraum gefunden hat und sich dadurch weit über seine natürlichen Vorkommen hinaus ausbreiten konnte. Er ist in unserer Kulturlandschaft auf Mauern angewiesen, die mit Kalkmörtel verfugt sind." (3)

Da die Pflanzenart gefährdet ist, sind Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Vorschläge dafür gibt es:

"Alte Bruchsteinmauern an Bauernhöfen und in Dörfern müssen mit ihrem Bewuchs an typischen Mauerfarnen erhalten werden. Sie sollten als Kulturdenkmal auch einen rechtlichen Schutzstatus bekommen. Um sie vor allmählichem Verfall zu bewahren, ist eine regelmäßige Ausbesserung von Schäden erforderlich." (4)

Andererseits muß man sich natürlich überlegen, was es mit den Farnen auf sich hat. So las ich:

"Alle Farne sind grundsätzlich giftige Pflanzen" (5)

und als Zusatz:

"Seine Sporen sollten nicht eingeatmet werden, weil das darin enthaltene hochgiftige Enzym Thiaminase im Verdacht steht, das Knochenmark anzugreifen und krebserregend zu sein." (6)

Da die Farne unterschiedlich giftig sind, fragt es sich natürlich, wie giftig der "Braunstielige Streifenfarn" ist. Diesen und anderen Fragen zu diesem Farn sollte nachgegangen werden.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Braunstieliger_Streifenfarn
(2) zitiert aus: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.20
(3)-(4) zitiert aus:
http://www.biostation-gt-bi.de/artenschutz/html/51-streifenfarn.html
(5)-(6) zitiert aus:
http://www.garten-treffpunkt.de/lexikon/farne.aspx

Freitag, 19. November 2010

Mauerraute - Asplenium ruta-muraria

Die "Mauerraute", Fachbezeichnung der Botanik "Asplenium ruta-muraria", soll selten geworden sein. Da sie sich gerne in den Mauerfugen von altem Natursteinmauerwerk ansiedelt, ist sie Denkmalschützern ein Dorn im Auge. Denn diese fürchten um die Bauten, die sie bewahren sollen. Bergau, Müller, Propst und Schäfer beschreiben dieses Streifenfarngewächs so:

"Blätter 2- bis 3fach gefiedert, Fiederblättchen oval bis eiförmig-lanzettlich; immergrün." (1)

Sie präzisieren außerdem:

"Die Mauerraute ist unser häufigster Mauerfarn." (2)

In einem Beitrag des Naturhistorischen Museums in Wien findet sich eine genauere Beschreibung der Pflanze:

"Spreite ziemlich derb, meist kahl, selten drüsenhaarig / Letzte Abschnitte der Blätter rhombisch, manchmal auch verkehrt eiförmig oder keilförmig, vorn gekerbt bis buchtig gezähnt, sehr selten gelappt / Sporangien öffnen und entleeren sich bei der Sporenreife, sie bedecken dann oft die gesamte Unterseite des Blattabschnittes / Sporen grob netzig-runzelig, dunkelbraun / Höhe: 4 - 15(25) cm / Fels- und Mauerspalten / kalkliebend / collin bis subalpin / sehr häufig in allen Bundesländern." (3)

Zu dem Lebensraum der Pflanze kann man lesen, daß sie in den ganzen gemäßigten Gebieten der Nordhemisphäre verbreitet sei und eigentlich "in Felsritzen in den Gebirgen und Mittelgebirgen" anzutreffen war. Was das Milieu angeht, in dem sie sich aufhalten will, so wird zu ihren Standorten gesagt:

"Dabei toleriert sie sowohl kalkhaltige wie saure Gesteine." (4)

Andere weisen darauf hin, daß sie besonnte Standorte will:

"Sie bevorzugt besonnte Mauern mit kalkhaltigen Fugen." (5)

Ähnlich gehalten ist auch diese Aussage:

"Allerdings zieht sie kalkhaltige und nährstoffreiche Standorte vor." (6)

Die Namensgebung durch die Bevölkerung verschiedener Gebiete läßt bunte Assoziationen zu. Sie heißt sowohl "Stoanneidkraut", "Eselsfarn", "krullfarn", als auch "steinraute". Ein Teil dieser Bezeichnungen findet sich im "Deutschen Wörterbuch der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. (7)

Das Vorkommen der Pflanze in Deutschland ist gelegentlich sehr knapp beschrieben:

"Im Süden Deutschlands ist sie verbreitet, im Norden kommt sie zerstreut vor." (8)

Unter welchen Namen sie außerhalb des deutschsprachigen Raumes vorkommt, ist hier aufgezählt:

"deut.: Mauer-Streifenfarn, Mauerraute; frz.: asplénium rue-de-muraille; ital.: asplenio ruta di muro; engl.: wall rue; span.: adianto blanco, culantrillo blanco, ruda de muros" (9)

Die Pflanze wirkt unscheinbar, aber sehr sympathisch. Wenn sie in den Fugen des Mauerwerks wächst, sollte man ihr das Weiterleben ermöglichen. Mauern erhalten dadurch ein schöneres Gesicht, da begrünt. Vögel und andere Lebewesen wollen sich zwischen den Blättern der Pflanze aufhalten, wenn sie Schatten suchen.

Der Pflanze wachsen unter den Blättern Sporenbehälter, die einen recht unüblichen Anblick bei dem erzeugen, der sich mit dieser Pflanze nicht auskennt. Im reifen Zustand kann das wie ein krankhafter Belag des Blattes aussehen, der Ekel erregt.

Die Mauerraute liebt die Gesellschaft mit anderen Pflanzen. Bergau, Müller, Propst und Schäfer weisen auf den Braunstieligen Streifenfarn, das Zimbelkraut und den Gelben Lerchensporn hin, mit denen diese Pflanze zusammenlebt. (10) Anderswo wird zusätzlich der Mauerpfeffer erwähnt. (11)

Diese wenigen Angaben erlauben eine gewisse Vorstellung von dem, was die Mauerraute darstellt und wo sie lebt. Nach weiteren Hinweisen ist zu suchen.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1)-(3) zitiert aus: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.20
(3) zitiert aus: Botanik im Bild/Flora von Österreich: Aspleniaceae/Asplenium ruta-muraria. In:
http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Asplenium-ruta-muraria.htm
(4) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mauerraute
(5) zitiert aus: Bergau, Müller, Propst und Schäfer, wie vor, S.20
(6) zitiert aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mauerraute
(7) siehe dazu Hinweise in:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mauerraute
(8)-(9) zitiert aus:
http://www.amleto.de/pflanzen/aspl_rut.htm
(10) siehe bei: Bergau, Müller, Propst und Schäfer, wie vor, S.20
(11) siehe in:
http://www.amleto.de/pflanzen/aspl_rut.htm

Amerikanisches Geißblatt - Lonicera heckrottii

Es handelt sich um eine Kletterpflanze, die sich rechts windet. Sie gilt als winterhart und anspruchslos und stammt aus Nordamerika.

"Der intensive Duft der Blüten lockt vor allem Nachtschmetterlinge an, die mit ihrem langen Saugrüssel an den Nektar gelangen und dabei die Blüten bestäuben (Nachtfalterblume)." (1)

Anderswo gibt es diesen Versuch, die Pflanze Lonicera x heckrottii zu erläutern:

"Heckrotts Geißblatt ist ein Kletterstrauch, der Schlingen ausbildet. Die Blätter sind eiförmig und ganzrandig. Das oberste Blattpaar ist wie bei dem Wohlriechenden Geißblatt verwachsen." (2)

Die beiden Schreibweisen "Lonicera heckrottii" und "Lonicera x heckrottii" unterscheiden sich durch das "x" in der einen Variante. Ob das auch einen Unterschied der Pflanzen darstellt, läßt sich bislang nicht erschließen. Für "Lonicera x heckrottii" ist ausformuliert:

"Die Art ist entstanden durch eine Kreuzung aus dem Wohlriechenden Geißblatt (L. caprifolium), dem Trompetengeißblatt (L. sempervirens) und der meditaerranen Art L. estrusca." (3)

Es ist angegeben, daß solche Pflanzen sonnige Standorte bevorzugen, feuchte und humusreiche Böden mögen, aber auch giftig sind. Bergau, Müller, Propst und Schäfer formulieren eher vorsichtig:

"Ihre Beeren sind schwach giftig." (4)

Ein Informationspool zur Baumbestimmung schreibt zu den Blüten:

"Blüten in dichten Quirlen, purpurrot, innen gelb, stark duftend." (5)

Anderswo informiert jemand so zu den Blüten:

"bis 4m, sehr attraktive außen blaurot-purpurrote innen gelbliche quirlartige Blüte, reich blühend, blühwillig, angenehm süßlicher Duft, Juni-September" (6)

Das Wissen zur Pflanze läßt sich nicht allzu rasch sammeln, da nicht sehr ausgiebig und inhaltsreich informiert wird. Man benötigt also viel Zeit und Ruhe, um am Thema bleiben zu können.

Karl-Ludwig Diehl


Anmerkungen:
(1) siehe Zitat im Gesamtzusammenhang in: Manfred Bergau, Horst Müller, Wilfried Propst, Burkhard Schäfer: Bestimmungsbuch. Streifzüge durch Dorf und Stadt. Stuttgart, etc., 2004 (1.Auflage im Jahr 2000). S.20
(2)-(3) zitiert aus: die-honigmacher.de - Bienenweide. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Bienenkunde. Dr.Werner Mühlen: Heckrotts Geißblatt. In:
http://www.die-honigmacher.de/kurs2/pflanze_245.html?PHPSESSID=c17f16d5ad30de5441484d67cf5b5ad9
(4) zitiert aus: Bergau, Müller, Propst und Schäfer, wie vor, S.20
(5) zitiert aus: baumkunde.de: Lonicera x heckrottii. In:
http://www.baumkunde.de/Lonicera_x_heckrottii/
(6) zitiert aus:
http://www.pflanze-direkt.de/Pflanzen/kletter.html